Aktion “BOB”

Der Familientisch befragt die Oberstudienrätin des Spessartgymnasiums Roswitha Quarg als Koordinatorin der „Aktion BOB“ in Alzenau: 

Frau Quarg koordiniert ein Projektseminar der Jahrgangsstufe 11 und 12, das sich die Aktion BOB ausgewählt hatte. Die europaweite Aktion hat das Ziel, alkoholbedingte Unfälle junger Fahrer/innen zu reduzieren durch den Anreiz für den Fahrer “BOB”, bei Vorzeigen eines markanten Schlüsselanhängers ein kostenloses alkoholfreies Getränk in ausgewählten Gaststätten zu erhalten. Die Universität Gießen hat die Aktion BOB inzwischen wissenschaftlich evaluiert und nachgewiesen, dass dadurch die Unfallzahlen und oft schlimmen Unfallfolgen deutlich weniger wurden.

Am 9.3.15 trafen sich auf Initiative des Kreisjugendringes Aschaffenburg Akteure aus der Politik, Verkehrswacht und Jugendpflege mit der Koordinatorin mit dem Ziel, eine Lenkungsgruppe für die Aktion nachhaltig und noch wirkungsvoller zu etablieren.

Was sollte man, kurz gesagt, über die Aktion BOB wissen?

Es ist eine europaweite Aktion mit dem Ziel, die OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnfälle junger Autofahrer/Innen zu reduzieren durch Vermeidung von Alkohol am Steuer. Von einer Fahrgemeinschaft erhält der/die Fahrer/in in ausgewählten Gaststätten kostenlos ein alkoholfreies Getränk, wenn er sich als “BOB” mit einem Schlüsselanhänger zu erkennen gibt und dadurch signalisiert, dass er alkoholfrei bleibt.

Wie und wann wurde die Aktion BOB in Alzenau etabliert?

Die hiesige Verkehrswacht ergriff 2011 die Initiative und kooperierte mit Schüler/Innen des Spessartgymnasiums im Rahmen eines Projektseminares in der Jahrgangsstufe 11 und 12. Seit September 2013 koordiniere ich die Aktion mit einer zweiten Seminar-Generation. Im Januar 2015 haben wir die Kampagne nun an den Start gebracht.

Was wurde bisher erreicht?

Wir führten Gespräche mit zahlreichen Gastronomen vor allem im Raum Aschaffenburg, um Kooperationspartner zu gewinnen. Aktuell sind zehn Gaststätten an der Aktion beteiligt. Zusätzlich kooperieren ca. 20 Fahrschulen bei der Bewerbung unserer Aktion.

Werden Sie das Projekt weiterhin begleiten können?

Ich hoffe, auch künftig die Aktion im Rahmen eines Projektseminars mit Schüler/Innen fördern zu können.

Gibt es eine Zusammenarbeit mit der Polizei und der hiesigen Verkehrswacht?

Das erste Seminar hatte gleich Kontakt mit der Polizei aufgenommen. Von dieser Seite gibt es die Bereitschaft, uns bei der Bewerbung im Schulbereich zu unterstützen. Die Verkehrswacht verwaltet für die Aktion ein Spendenkonto.

Welche Gaststätten haben sich im Raum Alzenau bisher angeschlossen?

Bisher ist es nur die “Alte Post” am Marktplatz.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie?

Bisher noch wenige, aber unsere aktiven Schüler/Innen sind von Anfang an mit Feuereifer dabei.

Wie und wo erhält man den Schlüsselanhänger „BOB“ und was ist zu beachten?

Bei den teilnehmenden Lokalen, die man an großen BOB-Aufklebern im Eingangsbereich erkennt und die auch in Facebook unter “BOBAlzenau” gelistet sind. Außerdem bei den meisten Fahrschulen im Landkreis Aschaffenburg.

Was lief aus Ihrer Sicht bisher gut?

Die Reaktion von Gastwirten und einigen, wenngleich noch wenigen, Sponsoren war recht positiv. Die Einsatzbereitschaft der beteiligten Schüler/Innen stieg kontinuierlich und ist weiterhin sehr groß. Erfreulich war auch, dass die Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau die Aktion mit einem größeren Geldbetrag unterstützte.

Was ist noch verbesserungswürdig?

Es können sich gerne noch sehr viel mehr Gastronomen beteiligen. Für Werbung und die notwendige Öffentlichkeitsarbeit haben wir kein Budget und sind auf Sponsoren und Spenden angewiesen.

Wer ist Ansprechpartner für die Gastronomie?

Bis zu einer bald geplanten Gründung einer Lenkungsgruppe, werde ich das auch weiterhin übernehmen und bin über die nachgenannte Mailadresse erreichbar.

Wie kann man sich näher informieren?

Homepage: http://www.bobbayern.de sowie per Mail: bob-alzenau@nullgmx.de

Haben Sie weitere Hinweise, Vorschläge oder einen Appell?

Am 9.3.15 findet auf Initiative des Kreisjugendringes ein Treffen statt, um eine Lenkungsgruppe für den Landkreis Aschaffenburg zu etablieren und um verstärkt Sponsoren zu gewinnen. Damit soll die Aktion einen neuen Schub erhalten.

Derzeit ist es bzgl. meiner Person entscheidend, ob sich auch künftig Projektseminare zur Aktion Bob bilden lassen.

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Bisher wurden interviewt: Arkadas, die Lesepaten, Krankenhausbesuchsdienste,  Schulweghelfer, eine Vertreterin von Nachbarschaftshilfeinitiativen, der Kinder- und Jugendhospizdienst der Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg, das BRK-Seniorenwohnen in der Bachstraße, das Elfencafe im FiZ e.V. in der Max-Planck-Straße und die DAGA, Deutsch-Ausländische Gesellschaft Alzenau, die Flüchtlinge hier in Alzenau unterstützt