Lebenswürze e.V.

Der Familientisch befragte Claudia Schöffel als 1. Vorsitzende und Pfarrerin Heike Behrendt  als 2. Vorsitzende des Vereines „Lebenswürze.de Zentrum für Familie und Recht e. V.“ mit Sitz in der Märkerstr. 2 b in der Nähe zur Einmündung Kaiser-Ruprecht-Straße:

Der am 1.9.14 gegründete Verein hat den Zweck, bürgerschaftliches Engagement zugunsten gemeinnütziger und kirchlicher Zwecke und den Schutz von Ehe und Familie zu fördern, wie auch Wissenschaft und Forschung sowie die Jugend- und Altenhilfe.

Für den christlich geprägten Verein spielt die Konfessionszugehörigkeit sowie Religionsausübung keine Rolle und er ist für alle Menschen in schwierigen Lebenslagen da. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, Familienthemen interdisziplinär zu betrachten. Es ist ein Raum für die Zusammenarbeit von Personen mit unterschiedlichen Professionen bzw. Ausbildungsrichtungen.

In ganz unterschiedlichen und sehr schwierigen Lebenslagen wird der Verein vor allem beratend aktiv und vermittelt möglichst zeitnah professionelle Hilfe und hat verschiedene Fachleute an der Hand, deren Leistungen allerdings momentan lediglich mit Aufwandspauschalen vergütet werden.

Das Zentrum ist dabei keine rein sozialpädagogische Beratungsstelle, sondern es vereint rechtliche, theologische, psychologische und sozialpädagogische Projekte unter einem Dach. Dabei werden Informationen zu den rechtlichen oder theologischen Grundlagen unterschiedlichster Familienmodelle in jeder Generation genauso geboten, wie praktische Hilfen. Erste Projekte sind begleiteter Umgang in schwierigen Familiensituationen und Familienkonzepte bei Insolvenz oder Inkassoangelegenheiten.

Für den 23.11.15 sind Fachleute aus verschiedenen Sparten zu einem Familienkongress in den Vereinsräumen eingeladen. Es wird ein gemeinsamer Fortbildungs- und Vernetzungsabend für soziale Berufe und Juristen sein.

Neue Mitglieder, die selbst aktiv oder fördernd tätig werden sind sehr willkommen. Vereine, Verbände sowie Institutionen können ebenfalls Mitglied werden.

Infos: www.lebenswuerze.de.

Das Interview im Wortlaut

Was sollte man, kurz gesagt, über Ihren Verein wissen?

Der Zweck des Vereines ist die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger und kirchlicher Zwecke, die Förderung des Schutzes von Ehe und Familie, die Förderung von Wissenschaft und Forschung und die Förderung der Jugend- und Altenhilfe. Wir haben ca. 80 qm Vereinsräume, die wir für beratende Gespräche, den fachlichen Austausch sowie für  Veranstaltungen nutzen und finanzieren uns vor allem durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Wir bringen Fachleute aus den unterschiedlichen Bereichen zusammen für die Beratung und begleitende Unterstützung von Familien in schwierigen Lebenssituationen. Wir schaffen die Rahmenbedingungen durch

  • Persönlichkeit: Offenheit für Neues, Toleranz
  • Klares Rollenverständnis, Zielorientierung
  • Flexibilität
  • Qualitätssicherung, Reflektion
  • Autonomie, Zeit für Kollaboration

Wie kam es zur Gründung dieses Vereines?

Frau Schöffel: Bei meinen beruflichen Erfahrungen als Fachanwältin für Familien- und Erbrecht und mit Ausbildung als Mediatorin habe ich vor 20 Jahren in den USA in einem „Zentrum für Kinder und Recht“ mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen mit interdisziplinärer Arbeit für die Interessen von Kindern mitgearbeitet. Ich möchte aus diesen Erfahrungen, jedoch nunmehr für die Zielgruppe „Familie“ den nach meinem Wissen bundesweit ersten Verein dieser Art, den wir am 1.9.14 gründeten, weiter voranbringen. Durch mein Engagement im Kirchenvorstand der evangelischen Kirche in Schöllkrippen kam ich in Kontakt mit Pfarrerin Heike Behrendt, die als 2. Vorsitzende bei uns aktiv ist.

Wer ist bei Ihnen im Vorstand für welche Aufgaben zuständig?

Die 1. Vorsitzende ist für die Vortragstätigkeit für Fachpersonal und Ehepaare sowie für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Frau Behrendt als 2. Vorsitzende bringt ihre Kompetenz als Pfarrerin, aber auch als Jugendpfarrerin für das evangelische Dekanat Aschaffenburg, das den Landkreis Landkreise Aschaffenburg und Teile von Miltenberg und Main-Spessart umfasst, sowie ihre Ausbildung für systemische Beratung ein. Deren Ehemann Timo Behrendt-Fischer ist für den wirtschaftlichen Bereich (Finanzen und Controlling) zuständig. Johannes Ays, ein weiterer Jurist, ist  ebenfalls im Vorstand, wie auch die Schriftführerin Jessica Ertel, zugleich Ansprechpartnerin für den begleitenden Umgang mit Kindern in Krisensituationen.

Welche Angebote machen Sie für wen?

Vereinsräume

Vereinsräume

Wir sind (zwar) ein christlich geprägter Verein, aber für uns spielt die Konfessionszugehörigkeit sowie Religionsausübung keine Rolle und wir sind für alle Menschen in schwierigen Lebenslagen da. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, Familienthemen interdisziplinär zu betrachten. Es ist ein Raum für die Zusammenarbeit von Personen mit unterschiedlichen Professionen bzw. Ausbildungsrichtungen, wodurch neuartige kreative Ideen entwickelt und freigesetzt werden können. Dabei wirken Fachleute aus verschiedenen Richtungen zusammen, die ihren Blick über die eigenen Methoden und Ideologien hinauswenden, um durch das Kennenlernen und Verstehen anderer Professionen ihre Ziele besser zu verwirklichen. Mit Hilfe der interdisziplinären Betrachtung finden sich neue Ansätze für die gemeinsamen Ziele. Sie tragen zur Entwicklung von neuartigen Aktivitäten bei.

Wann werden Sie zu welchen Bedingungen tätig?

In ganz unterschiedlichen und sehr schwierigen Lebenslagen werden wir vor allem beratend aktiv und vermitteln möglichst zeitnah professionelle Hilfe. Wir haben verschiedene Fachleute an der Hand, deren Leistungen allerdings momentan lediglich mit Aufwands-pauschalen vergütet werden. Durch die Schaffung der flexiblen Rahmenbedingungen und die gesamtgesellschaftliche Betrachtung von Alltagsthemen findet auch jeder einzelne Bürger kompetente Ansprechpartner. Das Zentrum ist dabei keine rein sozialpädagogische Beratungsstelle, sondern es vereint rechtliche, theologische, psychologische und sozialpädagogische Projekte unter einem Dach. Dabei werden Informationen zu den rechtlichen oder theologischen Grundlagen unterschiedlichster Familienmodelle in jeder Generation genauso geboten, wie praktische Hilfen. Erste Projekte sind begleiteter Umgang in schwierigen Familiensituationen und Familienkonzepte bei Insolvenz oder Inkassoangelegenheiten.

Gibt es Kooperationen mit anderen Einrichtungen, Vereinen oder Institutionen?

Ja, als Beispiele nennen wir den Seniorenförderverein mit Frau Laura Schön und Herrn Gerhard Dehn, die Alzheimergesellschaft in Schöllkrippen, die Psychiaterin Frau Gisela Eichfelder, aber auch Sefra (Selbsthilfe- und Beratungszentrum für Frauen in Aschaffenburg e.V.), die Diakonie sowie freiberufliche Berater und Rechtsanwälte. Wir sind dabei, ein Netzwerk aufzubauen und eine wegweisende Funktion in ganz unterschiedlichen, jedoch schwierigen Lebenslagen auszufüllen.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Angebot in Alzenau gebraucht wird?

Auf jeden Fall! Es gibt hier zwar schon eine Fülle von guten und hilfreichen Angeboten, aber wir können aus verschiedenen Blickwinkeln fachliche Unterstützung leisten und auch die Vernetzung der relevanten Angebote weiter ausbauen.  Der Austausch der Fachleute aus den unterschiedlichen Bereichen ist wesentlich für die seriöse Hilfestellung für Betroffene.

Was lief aus Ihrer Sicht bisher gut?

Sehr gut lief bei uns kürzlich ein Elternkurs für Eltern mit Kindern in der Pubertät, der sehr gut angenommen und von den TeilnehmerInnen recht positiv bewertet wurde. Ebenso hat die interdisziplinäre Fallteamarbeit großen Zuspruch.

Was ist noch verbesserungswürdig?

Die betreffenden Personen und Familien haben oftmals Scheu und Hemmungen und wirken nicht selten verunsichert, vorhandene Hilfen und fachlichen Rat in Anspruch zu nehmen. Ausbaufähig ist das Angebot betreuter Umgang mit Kindern, was auch mit finanziellen Grenzen zu tun hat.

Wir können uns gut vorstellen, dass wir unsere Kontakte im Jugendbereich ausbauen bei entsprechender Kooperationsbereitschaft.

Meistens finden Frauen den Kontakt auf ganz unterschiedlichen Wegen zu uns. Männer sind da wesentlich zurückhaltender, so unsere bisherige Erfahrung.

Wie kann man sich näher informieren?Lebenswuerze1

Am leichtesten im Gespräch bei uns in den Vereinsräumen in der Märkerstraße 2 b im 1. OG oder über unsere Homepage www.lebenswuerze.de.

Haben Sie weitere Hinweise?

Unser Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen über die Aufgaben, Vereinsatzung, Mitgliedschaft und vieles mehr sind in unserer Homepage dargestellt.

Für den 23.11.2015 laden wir Fachleute aus verschiedenen Sparten zu einem Familienkongress in unseren Vereinsräumen ein. Es wird ein gemeinsamer Fortbildungs- und Vernetzungsabend für soziale Berufe und Juristen sein.

Selbstverständlich freuen wir uns über neue Mitglieder, die selbst aktiv oder fördernd tätig werden. Unsere Mitgliederzahl ist noch recht klein und beschränkt sich derzeit auf 20 Mitglieder. Natürlich können auch Vereine, Verbände sowie Institutionen bei uns Mitglied werden und sind bei uns ebenso herzlich willkommen.

Anmerkung:

Das Interview mit Claudia Schöffel und Pfarrerin Heike Behrendt führten Stefka Huelsz-Träger und Thomas Röhrs in den ansprechend gestalteten Vereinsräumen.